Überwinden des zählenden Rechnens im Unterricht – das Bremerhavener Modell

Kursnr.
26W-270002
Beginn
Do., 12.11.2026,
09:00 - 16:00 Uhr
Dauer
5 Termine
Gebühr
0,00 €
Zielgruppe: Lehrkräfte der Primarstufe, die im Mathematikunterricht mit dem Phänomen des zählenden Rechnens befasst sind.
In der Grundschule wie auch in den weiterführenden Schulstufen haben Sie es immer wieder mit SuS zu tun, die sich im Verlauf des ersten Schuljahres nicht vom zählenden Rechnen lösen. Die Finger erweisen sich mit der Erweiterung des Zahlenraums bis 100 als nicht mehr ausreichend und es werden andere Materialien und sog. „Luftbilder“ zum Abzählen hinzugezogen. Zusätzlich kommen subjektive Algorithmen als vermeintliche Vereinfachung des Zählvorgangs zum Einsatz. Ein hochgradig konzentrationszehrendes Vorgehen bei eher geringem Erfolg. Mit zunehmender Klassenstufe wird ersichtlich, dass mathematisches Grundlagenverständnis fehlt und die Mindeststandards in Mathematik nicht erreicht werden können.
Welche Bedeutung hat das Zählen in der Mathematik? Warum ist das Zählen keine tragfähige Rechenstrategie? Was sind die Ursachen für das Verfestigen von Zählstrategien? Im Rahmen dieser Fortbildung führt Sie die Beantwortung dieser und weiterer Fragen zu einer tiefen Einsicht in die eigene Logik des zählenden Rechnens. Aus dieser Einsicht heraus erarbeiten Sie sich ein verständnisbasiertes Konzept, das die Zählstrategien nachhaltig ersetzt.
Das Konzept „Überwinden des zählenden Rechnens im Unterricht“ umfasst 5 praxisnahe Module.
Auf Grundlage der Forschungsergebnisse von H.-D. Gerster & R. Schulz sowie der Methoden von M. Gaidoschik erwerben Sie das nötige Hintergrundwissen und das Verständnis für die richtigen Handlungsschritte zum Überwinden des zählenden Rechnens. Mit reflexiven Elementen schulen Sie Ihren diagnostischen Blick und können damit lenkend auf den Ablösungsprozess vom zählenden Rechnen Einfluss nehmen, wenn es die Situation erfordert.
Das Konzept „Überwinden des zählenden Rechnens im Unterricht“ ist anschlussfähig an das Projekt KIRA – Kinder rechnen anders (D. Götze, Ch.Selter, E. Zannetin) und schlägt damit eine Brücke zu den Landesprogrammen Bildungsplan 0-10 und MSK. Die 5 QuaMath-Prinzipien (Kognitive Aktivierung, Durchgängigkeit, Verstehensorientierung, Kommunikationsförderung, Lernenden-Orientierung/Adaptivität) sind im gesamten Konzept umgesetzt.

Modul 1: Einordnung des zählenden Rechnens - Pränumerik, Zahlbegriff und Zahlzerlegung
An welcher Stelle ist das Zählen sinnvoll und notwendig, wann hat es die Funktion, mangelndes mathematisches Verständnis zu kompensieren? Der Einstieg in die eigene Logik zählender Rechner:innen ermöglicht wichtige Einsichten. Es wird Fehlverständnis aufgedeckt. Der Prozess der Aufarbeitung beginnt mit dem Fokus auf den Eigenschaften der Kardinalzahlen. Die Teile-Ganzes-Struktur wird erfasst und die Zahlzerlegung automatisiert.
Modul 2: Zahlzerlegung und Rechenzeichen – Erarbeitung der Addition und Subtraktion unter dem Aspekt des Ablösens vom Zählen
Die Einführung der Rechenzeichen plus und minus sowie die Erarbeitung der Addition und Subtraktion im Zahlenraum bis 10 erfolgen auf allen Ebenen mathematischer Abstraktionen (enaktiv, ikonisch, symbolisch und sachbezogen) wobei der Fokus auf die Teile-Ganzes-Struktur der Rechenoperationen gelegt wird.
Modul 3: Stolpersteine im Mathematikunterricht – identifizieren und thematisieren
Das Ablösen vom zählenden Rechnen ist initiiert und sukzessive erschließen sich den SuS mathematische Strukturen. Stolpersteine sind tückisch in diesem Prozess, da sie das Potential haben, Unsicherheiten zu schüren und zum zählenden Rechnen zurückzuführen. Im Kontext der Vertiefung des Verständnisses der Addition und der Subtraktion werden die Stolpersteine aufgespürt und es wird ein sinnvoller Umgang damit thematisiert.
Modul 4: Zählfreie Erarbeitung der Multiplikation und Division
Die Ableitung der Multiplikation und der Division erfolgt aus der Addition und der Subtraktion. Zunächst wird der räumlich simultane Aspekt auf der Darstellungsebene fokussiert, es wird eine Vermittlungsmethode erarbeitet, mit der erste Erfahrungen mit den beiden Rechenarten gemacht werden können. Das zählfreie, verständnisbasierte Automatisieren der Einmaleinsaufgaben wird eingeleitet.
Modul 5: Konstruktiver Umgang mit Fehlern und Fehlvorstellungen
Das Operationsverständnis der Multiplikation und der Division auf allen Ebenen mathematischer Abstraktionen wird vertieft. Schritt für Schritt wird die Komplexität der beiden Rechenarten den ehemals (!) zählenden Rechner:innen zugänglich gemacht. Der konstruktive Umgang mit Fehlern spielt dabei eine entscheidende Rolle, um Rückschlägen entgegenzuwirken.
Über die Fortbildungsreihe hinaus werden individuelle Beratungstermine angeboten. Diese Termine sollen Sie bei der Umsetzung des Konzepts in die Praxis unterstützen. Sie sind optional und zeitlich in Absprache mit der Dozentin frei wählbar.

Kursort

SEFO, Raum 5

Kursort

SEFO, Raum 4
Friedrich-Ebert-Str. 33
27570 Bremerhaven

Kurstermine

Anzahl: 5
Datum

12.11.2026

Uhrzeit

09:00 - 16:00 Uhr

Ort

Friedrich-Ebert-Str. 33, SEFO, Raum 4

Datum

10.12.2026

Uhrzeit

09:00 - 16:00 Uhr

Ort

Friedrich-Ebert-Str. 33, SEFO, Raum 4

Datum

04.02.2027

Uhrzeit

09:00 - 16:00 Uhr

Ort

SEFO, Raum 5

Datum

04.03.2027

Uhrzeit

09:00 - 16:00 Uhr

Ort

Friedrich-Ebert-Str. 33, SEFO, Raum 4

Datum

08.04.2027

Uhrzeit

09:00 - 16:00 Uhr

Ort

Friedrich-Ebert-Str. 33, SEFO, Raum 4